Historie und heutige Bedeutung der Bezirksklinik
Rehau – 14.11.2011 –„Mit 446 Besuchern in sieben Veranstaltungen schließen wir
heute die Vortrags- und Diskussionsreihe „Ärzte in Rehau“, stellte der
Vorsitzende der Senioren-Union Rehau Edgar Pöpel, mit Stolz fest. Damit wurde
für die Stadt Rehau eine neue Höchstmarke für Informationsveranstaltungen
gesetzt, was aber auch zeigt, welch großes Interesse derartige Angebote in der
Bevölkerung finden.
Aus seiner Zeit als Bezirksrat und Kreisrat berichtete Pöpel von Entscheidungen,
als Ende 1982 festgelegt war, daß die Kreiskrankenhäuser Naila und Münchberg
neben dem Klinikum in Hof weitergeführt, für das Kreiskrankenhaus Rehau aber
eine neue Verwendung gesucht werden mußte. Vieles sprach für die Einrichtung
einer psychiatrischen Klinik in Coburg und es war viel Mühe notwendig, um
letztlich im Bezirkstag mit einer Stimme Mehrheit den Zuschlag für Rehau zu
erreichen. Mit Episoden aus dieser Zeit untermalte er den damaligen Einsatz und
dies war dann auch der Übergang, um dem Referenten des Abends, Dr. med. Lothar
Franz um seinen Vortrag zu bitten.
Dr. Franz knüpfte an die Ausführungen Pöpels an und erläuterte chronologisch den
Aus- und Weiterbau der Anlage bis zum heutigen Umfang. Die seinerzeitige
Entscheidung zugunsten von Rehau hat sich inzwischen bewährt, weil damit das
„Kommunalunternehmen Kliniken und Heime des Bezirks Oberfranken“ mit den
Einrichtungen in Bayreuth, Kutzenberg und Hochstadt auch geografisch nach Osten
hin mit Rehau abgerundet wird. Die Zuhörer konnten auch aufgrund der gezeigten
Bilder mit verfolgen, wie seit 1988 mit 52 Betten, 1993 der Erhöhung auf 120
Betten, 1998 dem Neubau der Gerontopsychiatrie und 2007 mit der Tagesklinik das
Angebot der Bezirksklinik kontinuierlich verbessert und optimiert wurde. Heute
verfügt man über 118 Planbetten für die Psychiatrie und Psychotherapie, 24
Planbetten für die Psychosomatik und 10 teilstationäre Behandlungsplätze in der
Tagesklinik. Als sehr gut bezeichnete Dr. Franz die Zusammenarbeit mit dem SANA-Klinikum
in Hof , dem Klinikum Fichtelgebirge in Selb und Marktredwitz und den
Kliniken Hochfranken in Münchberg und Naila. Im Jahr 2010 wurden in Rehau rund
1960 Patienten und Patientinnen voll- und teilstationär behandelt, wobei die
Behandlungsdauer im Durchschnitt zwischen 20 und 30 Tagen liegt.
Parallel dazu wurde die Garten- und Parkanlage angelegt und kürzlich ein
Skulpturgarten eingerichtet. Den verschiedenartigen Therapien öffnen sich hier
weitere Felder. Hier zeigte es sich von Vorteil, daß die Anlage an der
Peripherie der Stadt Rehau liegt. Er mußte aber auch von Personalproblemen
berichten, weil im besonderen medizinisches Fachpersonal auf dem flachen Land
schwieriger zu bekommen ist wie in Großstadtkliniken. Erschwerend kommt die
Ausuferung der Bürokratie dazu.
Es war selbstverständlich, daß der Referent besonders auf die zu behandelnden
Erkrankungen einging. Ein Großteil sind die Suchterkrankungen, die immer mehr
zunehmen und immer mehr auch Heranwachsende betreffen. Zu den früheren Opiaten
kommt inzwischen die künstliche Modedroge crystal dazu, die aus Preisgründen aus
dem Osten eingeschmuggelt wird und in Deutschland zu einem mehrfachen Preis
gegenüber den Ostländern gehandelt wird.
Affektive Erkrankungen wie Manien und Depressionen müssen heute viel öfter
behandelt werden. Hier spielt auch das Burn-out-Syndrom mit herein, wobei unter
diesem Begriff oftmals Krankheiten verpackt werden, die von den Patienten bei
rechtzeitigen Maßnahmen vermieden und gemindert werden können. Die Strukturen,
die bis zum Mobbing im Arbeitsleben gehen können, wurden vom Referenten
ausführlich dargestellt. Er gab auch Tipps, wie dem entgegenzuwirken ist und in
welchen Schritten gewissermaßen durch Selbstwahrnehmung, Selbstmanagement und
daraus sich entwickelnder Selbstmotivation entgegengearbeitet werden kann.
Darüberhinaus werden Phobien wie Angst-, Panik- und Zwangsstörungen behandelt,
ebenso psychosomatische Beschwerden und gerontopsychiatrische Probleme.
Bevor die Informationsrunde mit einer Diskussion über spezielle Themen beendet
wurde, dankte Vorsitzender Edgar Pöpel dem Referenten Dr. Lothar Franz für seine
Ausführungen. Mit dem Referat über die Bezirksklinik habe die Reihe über die
Fachärzteauswahl in dem Gesundheitsgarten Rehau einen idealen Abschluß gefunden.
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